Der Schritt in die Selbstständigkeit Die Euphorie von Schweizer Start-ups oder jemandem, der den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ist unvergleichlich. Viel Energie ist in die Entwicklung des Produkts oder der Dienstleistung geflossen und endlich ist es soweit!

Die Euphorie von Schweizer Start-ups oder jemandem, der den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ist unvergleichlich. Viel Energie ist in die Entwicklung des Produkts oder der Dienstleistung geflossen und endlich ist es soweit!

 

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Der Fokus der Gründer liegt oftmals so stark auf den Produktspezifikationen bzw. der innovativen Dienstleistung, dass ein entscheidender Punkt vergessen wird: Marketing und Kommunikation sind für jedes Start-up enorm wichtig und dürfen nicht unterschätzt werden! Nur mit dem richtigen Auftritt und der richtigen Strategie können die gewünschten Zielgruppen angesprochen und von den Vorteilen des Produktes oder der Dienstleistung überzeugt werden.

Ob sich Produkte auf dem Markt behaupten und Mitbewerber ausstechen können, hängt nicht alleine von deren Eigenschaften ab. Vielmehr geht es darum, ein Versprechen gegenüber der Zielgruppe zu machen, mit dem Produkt oder der Dienstleistung ein unbequemes Problem zu beheben. Dieses Nutzerversprechen (auch als Value Proposition bekannt) hilft dem Unternehmen, sich auf die richtigen Zielgruppen und wichtigsten Marketing- und Kommunikationsaktivitäten zu fokussieren.

Für jeden Gründer und jedes Start-up ist es wichtig, das Nutzerversprechen und die daraus resultierenden Marketingaktivitäten bereits in einer frühen Phase zu definieren. Die Beantwortung der folgenden Fragen hilft dabei, diese wichtigen Entscheidungen zu treffen und eine nachhaltige Strategie zu entwickeln. Dabei gilt, je konkreter die Antwort auf diese Fragen, umso solider das Fundament der Strategie.

 

1. Vorteile und Eigenschaften

  • Was macht das Produkt / die Dienstleistung besonders?
  • Welche Vorteile bringt das Produkt / die Dienstleistung mit sich?
  • Wo liegen die Vorteile gegenüber den Mitbewerbern?

 

2. Ziele und Visionen

  • Was soll mit diesem Produkt / dieser Dienstleistung erreicht werden?
  • Wie lauten die Mission und die Vision?
  • Welche Umsätze sind nötig, damit das Unternehmen langfristig bestehen kann?

 

3. Zielgruppen

  • Wer sind potenzielle Zielgruppen (Kunden) des Produktes / der Dienstleistung?
  • Was interessiert die Zielgruppen?
  • Welche Kommunikationskanäle nutzen die Zielgruppen?
  • Welche Botschaften haben einen positiven Effekt auf die Zielgruppen?

 

4. Nutzerversprechen

  • Welche Probleme der Zielgruppen löst das Produkt / die Dienstleistung?
  • Welche Vorteile des Produktes / der Dienstleistung sind besonders attraktiv für die Zielgruppen?

 

5. Markenname

Erst wenn die Ziele, die Zielgruppen und deren Bedürfnisse bekannt sind und die ersten strategischen Entscheidungen getroffen wurden, kann die Suche eines geeigneten Markennamens beginnen. Dieser Schritt wird den anderen Überlegungen oftmals vorgezogen, wovon eher abzuraten ist. Denn die Definition dieser Kriterien kann die Namenswahl durchaus beeinflussen. Ausserdem sollten folgende Grundsätze berücksichtigt werden:

  • Je einprägsamer der Name, je besser.
  • Der gewünschte Name darf nicht bereits bei einer anderen Firma in Verwendung sein.
  • Die Bedeutung des Namens muss auch in anderen Sprachen unproblematisch sein.
  • Eine passende Domain muss vorhanden sein. (Dieser Punkt erweist sich übrigens oftmals als die schwierigste Aufgabe.)

 

6. Gestaltung

Die visuelle Wahrnehmung der Konsumenten ist in der Regel sehr ausgeprägt. Deshalb ist die Gestaltung ein wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Marketing-Kommunikation. Sie soll einerseits den Idealen der Zielgruppe entsprechen und gleichzeitig die Produktvorteile hervorheben. Die Wahl der richtigen Gestaltung kann durch die Erarbeitung eines Moodboards erleichtert werden.

 

7. Kommunikationsmittel

Nachdem die von den Zielgruppen bevorzugten Kommunikationskanäle definiert wurden, geht es um die Wahl der richtigen Kommunikationsmittel. In die Erarbeitung dieser Kommunikationsmittel sollten die Erkenntnisse der vorhergehenden Fragen unbedingt einfliessen.

Der Schritt in die Selbständigkeit ist eine spannende und erfüllende Herausforderung zugleich. Die Ungewissheit und die Risiken, welche von den Gründern eingegangen werden, sind kaum vorstellbar. Diese sieben Schritte bieten einen strategischen Ansatz bei der Marketing-Kommunikation und helfen, die Unsicherheiten in den ersten Phasen eines Start-Ups zu minimieren. So kann ein solides Fundament für ein erfolgreiches Unternehmen entstehen und es bleibt erst noch mehr Zeit für die weitere Entwicklung des Projektes.

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