Initiative will mit «Shopp Schwiiz!» Einkauf in der Schweiz fördern Im Pandemiejahr wurde bewusster und bewusst vor Ort eingekauft, das zeigen mehrere Studien. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv, Swiss Retail Federation und die Agro-Marketing Suisse AMS greifen zusammen dieses Momentum auf und sensibilisieren in einer gemeinsamen nationalen Kampagne die Schweizer Bevölkerung für den Einkauf in der Schweiz.

Im Pandemiejahr wurde bewusster und bewusst vor Ort eingekauft, das zeigen mehrere Studien. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv, Swiss Retail Federation und die Agro-Marketing Suisse AMS greifen zusammen dieses Momentum auf und sensibilisieren in einer gemeinsamen nationalen Kampagne die Schweizer Bevölkerung für den Einkauf in der Schweiz.

 

Die Schweizer Bevölkerung hat während der Pandemie bewusster und auch bewusst vor Ort eingekauft. Shopp Schwiiz wirbt dafür, damit dies auch zukünftig so bleibt. Bild: PD

«Shopp Schwiiz!»: Der Ruf tönt zwar ähnlich, mit den historischen Erfolgen der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft an den Europameisterschaften 2020 hat er allerdings nichts zu tun. Vielmehr will der gesamten Schweizer Detailhandel, das Gewerbe und die Schweizer Produzenten die Bevölkerung über die Pandemie-Monate hinaus für den Einkauf im Inland sensibilisieren und die damit verbundenen positiven Attribute wie Qualität, Nachhaltigkeit, Verfügbarkeit und Zeitersparnis beim Einkaufen hervorheben.

Begeisterung für die Schweiz einfangen

«Es ist kein Zufall, dass wir unsere Kampagne ‹Shopp Schwiiz› nennen», erklärte Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands sgv anlässlich der Medienkonferenz von heute Dienstag. Man wolle die Begeisterung für die Schweiz einfangen, die man nicht zuletzt auch vor einer Woche vor dem Fernseher mitfiebernd erleben durften. Das Konzept «Shoppen im Kopf» spreche Menschen an, die in Cafés, Restaurants, Hofläden oder auch zu Hause im Internet ans Einkaufen bzw. Beziehen von Dienstleistungen denken würden. Dies werde mit der Einkaufstüte auf dem Kopf symbolisiert und soll auf auffallende Art auf die gute Sache hinweisen.

Trotz aller Schwierigkeiten in der Pandemiekrise habe die Schweiz auch ein positives Momentum erlebt, so der sgv-Direktor. Die Schweizer Bevölkerung habe vermehrt bewusster und auch bewusst vor Ort eingekauft. Qualität, Nachhaltigkeit, Verfügbarkeit und Zeitersparnis seien alles Attribute, die beim Einkaufen und beim Konsum wieder an Bedeutung gewonnen hätten. Dagmar Jenni, Direktorin von Swiss Retail bestätigt diesen positiven Trend, der sich in den Umfragen des Verbands wiederspiegle. Es sei eine wachsende Wertschätzung für Nahversorgung, verlässliche Lieferketten, Regionalität und Herkunft festgestellt worden.

Umsatzverlust von bis zu 11 Milliarden Franken

Der übliche Einkaufstourismus, welcher der Schweizer Wirtschaft jährlich je nach Schätzung zwischen 9 und 11 Milliarden Franken Umsatzverlust beschert, erlahmte im Pandemiejahr. Mit der Kampagne möchten die Initianen die Schweizer Bevölkerung sensibilisieren und dazu motivieren, ihre Einkäufe weiterhin in der Schweiz zu tätigen. «Corona hat von einem Tag auf den andern die existenzielle Bedeutung eines funktionierenden Detailhandels mit Nahversorgung vorgeführt», so Dagmar Jenni. Der Schweizer Detailhandel erbringe eine hervorragende und wettbewerbsfähige Leistung. Er überzeuge durch lokale Nähe, Kenntnis der Gegebenheiten und Kundenbedürfnisse. Mit rund 310 000 Arbeitsplätzen und jährlich 23 000 Lehrlingen trage der Detailhandel auch zum Wohlstand in der Schweiz bei. Zudem biete er auch Menschen ohne akademische Bildung anspruchsvolle Jobs und tolle Aufstiegschancen.

Der Detailhandel stehe in der Schweiz seit Jahren in einem harten Wettbewerb. Das engmaschige Versorgungsnetz werde zunehmend ausgedünnt, auch weil der Einkaufstourismus den Mitgliedern von Swiss Retail erheblich zusetze. Das Ladensterben in den Innenstädten sei unübersehbar. «Unsere Kundinnen und Kunden haben Schweizer Löhne. Wenn Sie anerkennen, dass auch die Angestellten des Detailhandels Schweizer Löhne verdienen, haben sie keinen Grund, systematisch im Ausland einzukaufen. Wenn wir – das heisst Kundinnen, Kunden, Detailhandel, Gewerbe und Landwirtschaft – alle am selben Strick ziehen, helfen wir uns damit selbst», gibt Dagmar Jenni zu bedenken.

Trend zu Regionalität

Auch Urs Schneider, Präsident Agro-Marketing Suisse bestätigt, dass im Zuge der Pandemie die einheimischen Produkte und der Einkauf im Inland an Bedeutung zugenommen hätten. Während des Lockdowns sei ein richtiger Ansturm auf Hofläden verzeichnet worden und in vielen Fällen seien die Umsätze verdrei- oder vervierfacht worden. Die Detailhändler hätten im Nahrungsmittelbereich Rekordumsätze erzielt und Bauern- und Wochenmärkte seien sehr stark frequentiert worden. In einer Umfrage der Uni Luzern sei ein verstärkter Trend hin zur Beachtung von Regionalität und Herkunft von Lebensmitteln festgestellt worden. «Das Ergebnis zeigt, dass die über alle Produktionszweige hinweg auf nachhaltige Qualität und exakt auf Herkunft und Regionalität setzende Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft genau auf dem richtigen Weg ist», meint Urs Schneider.

Die Entwicklung und das Verhalten seien erfreulich. Es stelle sich aber die Frage, wie nachhaltig der Trend sei, wenn die Freiheiten wieder vollends zurück seien. Es sei sehr zu hoffen, denn mit dem Kauf von einheimischen Lebensmitteln und dem Bezug von hiesigen Dienstleistungen würden sich die Konsumentin und der Konsument selbst etwas Gutes tun. «Sie bekommen höchste Qualität und Frische, schonen die Umwelt und stärken die Binnenwirtschaft. Der Erhalt von Arbeitsplätzen ist besonders wichtig und das Verhalten hilft das Schweizer Lohnniveau zu halten», schliesst Urs Schneider seine Ausführungen.

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