Unterhaltungs- und Medienmarkt Schweiz: Rasche Erholung aus der Krise Laut einer aktuellen Studie hat sich die Pandemie hierzulande weniger stark auf die Branche ausgewirkt als im restlichen Europa. 2022 wird zudem ein Umsatzwachstum von 5,3 Prozent erwartet.

Laut einer aktuellen Studie hat sich die Pandemie hierzulande weniger stark auf die Branche ausgewirkt als im restlichen Europa. 2022 wird zudem ein Umsatzwachstum von 5,3 Prozent erwartet.

 

Zu den Gewinnern im Bereich Media & Entertainment gehörten 2020 die Over-The-Top-Angebote mit einem Plus von 34,6 Prozent. Bild: unsplash

Eine aktuelle Studie von PwC Schweiz zum hiesigen Unterhaltungs- und Medienmarkt hat die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie untersucht und wagt einen Ausblick bis 2025. Daraus geht hervor, dass die Erträge der gesamten Branche im Jahr 2020 um 4,6 Prozent auf knapp 17 Milliarden Franken gesunken sind. Corona und die damit einhergehenden Erlasse der Regierung hätten die Schweizer Unterhaltungs- und Medienindustrie rigoros eingeschränkt, schreibt das Beratungsunternehmen. Besonders hart getroffen habe es die Bereiche Kino (-65,5 Prozent) sowie Radio und Musik (-32,9 Prozent).

Widerstandsfähige Branche

Profitiert haben auf der anderen Seite Over-The-Top-Angebote (Streaming-Dienste wie Netflix etc.) und Videospiele, deren Einnahmen um 34,6 Prozent respektive 15,6 Prozent gestiegen sind. Diese Bereiche werden laut der Studie nach der Pandemie kontinuierlich wachsen, während für Kino und Musik und Radio bereits dieses Jahr ein ausserordentliches Wachstum von über 20 Prozent erwartet wird. Damit zeigt sich die Entertainment & Media-Branche (E&M) auch im Vergleich mit dem europäischen Ausland und der Schweizer Wirtschaft insgesamt als äusserst widerstandsfähig. Sowohl letztere als auch der E&M-Sektor erholen sich schnell von der Krise, wobei das E&M-Umsatzwachstum 2022 in einem Plus von 5,3 Prozent gipfelt und sich danach bis 2025 stetig dem vorpandemischen Wachstumswert annähert.

Print-Einnahmen dürften weiter sinken

Nahezu zwei Drittel der E&M-Einnahmen stammen von Konsumentenausgaben. Diese fielen vergangenes Jahr um 2,2 Prozent, steigen jedoch bereits 2021 wieder und werden 2025 Erträge von 13,6 Milliarden Franken generieren. Die B2B-Einnahmen waren von Covid-19 weniger betroffen und sanken um 1,6 Prozentpunkte. Langfristig werden die Einnahmen weiter sinken, was dem andauernden Shift von Print zu Online geschuldet ist. Schliesslich machen die Einnahmen 2025 noch weniger als die Hälfte des Wertes von 2016 aus.

Höchstwert bei Ausgaben für Online-Marketing

Der Werbemarkt ist eng mit der gesamten Wirtschaft verknüpft und beeinflusst mit seinen Schwankungen auch die E&M-Wachstumsrate stark, schreibt PwC Schweiz. Letztes Jahr sanken die Werbeeinnahmen um 9,5 Prozent. Am schwersten getroffen wurden B2B, Radio und Musik sowie out-of-home. Aber auch die Fernsehwerbung litt unter der Situation, da insbesondere grosse Sportevents wie die Fussball-Europameisterschaft und die Olympiade verschoben wurden. Bis 2025 sieht der Bericht eine Erholung der Lage und eine Wachstumsrate von 5,3 Prozent voraus. Die Pandemie beschleunigte gleichzeitig die digitale Transformation und liess den Anteil der Ausgaben für Online-Marketing auf einen neuen Höchstwert von 58,7 Prozent steigen liess. Künftig wird Online-Werbung weiterhin dominieren und durch neue Entwicklungen wie 5G oder Virtual Reality die Interaktivität, Personalisierung und Reichweite dieser Werbeform weiter steigern.

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